Einfluss von Kräutern auf die Gesundheit

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Einfluss von Kräutern auf die Gesundheit

Pflanzen, die wegen ihres Aromas in der Küche, wegen ihrer Inhaltsstoffe in der Volksheilkunde und der (alternativen) Medizin, sowie in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung, aber auch wegen ihres Duftes für spirituelle Zwecke (z.B. bei Räucherungen) eingesetzt werden, werden gemeinhin als Kräuter bezeichnet. Tatsächlich enthalten viele Kräuter wichtige Vital- und Nährstoffe und manche sogar bedeutsame medizinische Wirkstoffe. Hier ein kurzer Überblick über einige spannende Würz- und Heilkräuter, die einen gesundheitlichen Mehrwert liefern.

Einfluss von Kräutern auf die Gesundheit – Artikelübersicht:

Unterschied zwischen Kräutern und Gewürzen

Das deutsche Lebensmittelgesetz definiert Kräuter als „frische oder getrocknete Blätter, Blüten, Sprossen oder Teile davon.“ Gewürze umfassen wiederum „Wurzeln, Wurzelstöcke, Samen, Rinden, Zwiebeln, Blüten, Knospen und Früchte.“ Demnach handelt es sich bei Kräutern um eine Unterart von Gewürzen. Kräuter können also zu den Gewürzen zählen, Gewürze sind aber nicht zwangsläufig Kräuter.

In unserem Alltag verwenden wir die Begriffe Kräuter bzw. Gewürze oft synonym. Tatsächlich spielt der Unterschied beim Einsatz in der Küche oft keine Rolle, beim Einsatz als Heilmittel allerdings kann es sich ganz anders verhalten.

Kräuter: Bestandteil einer gesunden Ernährung

Es gibt unzählige Krankheiten, die auf eine ungesunde Ernährung zurückzuführen sind. Auf der gesamten Welt liegt die geschätzte jährliche Todesrate aufgrund falscher Essensgewohnheiten bei 11 Millionen Menschen. Allein in Deutschland kommen bei der Berechnung somit 162 Todesfälle auf 100.000 Einwohner.¹

Zahlreiche Menschen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Thema der gesunden Ernährung, insbesondere beim Einkauf von Lebensmitteln wird heute viel Wert auf gute Qualität gelegt. Darüber hinaus können auch Kräuter Einfluss auf die Gesundheit haben. Sie lassen sich perfekt in den Alltag integrieren, sei es beim Kochen oder der Tasse Tee am Nachmittag. Oftmals tragen Kräuter besser als Obst zur Gesundheit des Menschen bei. Beide enthalten viele Antioxidantien, diese neutralisieren freie Radikale. In Gewürzen findet sich jedoch deutlich mehr davon, darunter in Majoran, Nelken, Piment, Rosmarin, Thymian und Zimt.

Auswahl von Kräutern & Gewürzen mit gesundheitlichem Mehrwert

Anbei eine kleine Auswahl bekannter Kräuter und Gewürze, die einen besonderen gesundheitlichen Mehrwert aufweisen.

Kurkuma – Es beugt zum Beispiel Gallenentzündungen, Darminfekten und Arteriosklerose vor.
Macisblüte – Sie besitzt eine vorbeugende Wirkung gegen Hautprobleme und Durchblutungsstörungen.
Muskat – Es wirkt angenehm stimmungsaufhellend, außerdem soll der Giftstoffabbau im Körper schneller vonstattengehen, was sich wiederum positiv auf den Stoffwechsel der Leber auswirkt.
Piment – Es regt die Verdauung an, zudem wirkt es dem Gefühl der Überforderung, Stress und Nervosität entgegen.
Nelken – Gewürznelken verfügen über eine beruhigende Wirkung, regen Appetit sowie Verdauung an und sind schmerzlindernd.
Safran – Große Mengen an B-Vitaminen beugen Magenträgheit und Konzentrationsschwäche vor; allerdings sehr teuer.
Schwarzkümmel – Enthält zahlreiche ätherische Öle – sie sind schmerzstillend, verdauungsfördernd und verringern arthritische Probleme.
Sternanis – Er mildert Ängste und öffnet die Sinne.
Süßholz – Es verfügt über eine lindernde Wirkung bei Erkältungen, Husten und Halsschmerzen.
Tamarinde – Kann Leberprobleme und Verstopfung abschwächen.
Vanille – Sie wirkt beispielsweise vorbeugend gegen Hautprobleme.
Zimt – Das Gewürz eignet sich zur Stärkung der Seele und stabilisiert die innere Harmonie. Weiterhin hat es eine verdauungsfördernde und appetitanregende Wirkung.

Kräuter gegen Schwitzen

Einige Menschen schwitzen mehr als andere. Das ist in der Regel zum einen genetisch bedingt, zum anderen sind Hormone der Auslöser, wie beispielsweise in den Wechseljahren. Oftmals wird zu chemischen Mitteln wie Antitranspirante und Deodorants gegriffen. Aber es gibt auch pflanzliche Möglichkeiten, die der Schweißbildung entgegenwirken.

Dazu gehören die Gerbstoffe der Eichenrinde, die die Drüsen zusammenziehen. Bei Problemen mit Schweißfüßen kann ein Fußbad mit etwas Eichenrinde Abhilfe schaffen. Zur Schweißminderung werden darüber hinaus Salbeitees, -kapseln und –badezusätze empfohlen.

Kresse, ein natürliches Antibiotikum

Die Gartenkresse enthält eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die unter anderem den Stoffwechsel anregen sowie das Blut reinigen. Weiterhin enthält sie einen hohen Anteil an Senfölen mit wachstumshemmender Wirkung auf Bakterien, Pilze und Viren. Kresse eignet sich daher bestens zur Unterstützung des Immunsystems.

Ebenfalls eine Heilpflanze: Schnittlauch

Alle Arten des Lauches wirken antibakteriell, harntreibend und schleimlösend, auch Schnittlauch. Zudem verfügt er über eine positive Wirkung auf die Blutgefäße. Schnittlauch enthält Senföle, Saponine (heilsame Schleimstoffe), Eisen und mehr Vitamin C als beispielsweise Äpfel.

Ein Kilo des Obstes beinhaltet so viel Vitamin C wie 100 Gramm Schnittlauch. Der hohe Gehalt an ätherischen Ölen im Schnittlauch wirkt sich verdauungsfördernd, bakterienhemmend und blutdrucksenkend aus. Selbst der Verzehr kleinerer Mengen der Heilpflanze kann zur Senkung des Cholesterinspiegels und des Blutdruckes beitragen.

Allrounder Liebstöckel

Liebstöckel präsentiert sich mit zahlreichen Heilwirkungen, darunter als

• appetitanregend,
• blähungslösend,
• unterstützende Maßnahme für die Bildung von Magensäften,
• lindernd bei Erkrankungen der Blase sowie der Harnwege,
• wirkungsvoll gegen Nervenlabilität und Nervosität bei Erschöpfung,
• symptomlindernd bei Rheumatismus.

In welcher Form kommen Kräuter zur Anwendung?

Kräuterteezubereitung

In Teeform können viele Kräuter ihre volle Wirkung entfalten.

Verarbeitete Kräuter gibt es in unterschiedlichen Formen, die klassische Variante zum Verzehr beziehungsweise zur äußerlichen Nutzung von Kräutern stellt der Tee dar. Er lässt sich auf verschiedene Arten zubereiten, darunter als Aufguss, Auszug oder in Form von Abkochen. Tee kann sowohl getrunken als auch für Bäder, Inhalationen, Umschläge und zum Gurgeln verwendet werden.²

Auch einige heimische Wildkräuter sind wunderbar als Teezubereitung geeignet, darunter Ackerschachtelhalm, Brennnessel, Birke, Gundermann, Holunderblüten, Johanniskraut, Kamille, Löwenzahn, Melisse, Minze, Ringelblume, Salbei, Schafgarbe und Thymian.

Auch Heiltees sollten in der Regel nicht länger als 4 Wochen durchgehend eingenommen werden. Nach einer Pause von 1–2 Wochen kann die Kur dann allerdings für weitere 4 Wochen fortgesetzt werden. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass Kräuter innerhalb eines Jahres aufgebraucht sein, denn sie verlieren mit der Zeit wertvolle Inhaltsstoffe und ihren Geschmack. Ältere Kräuter müssen aber keineswegs weggeschmissen werden, sie eignen sich wunderbar für ein Kräuterbad. Einfach 1–2 Handvoll in einen Teefilter geben, zuknöpfen und mit in die warme Badewanne nehmen!

Kräuter in Form von Tinkturen gibt es fertig im Handel, man kann sie jedoch auch gut selbst herstellen. Hierzu wird 70-prozentiger Alkohol oder Kornbranntwein benötigt. Dieser wird im Verhältnis fünf Teile Flüssigkeit, ein Teil Pflanze vermischt und in einem gut verschlossenen Gefäß angesetzt. Nach zwei bis zehn Wochen, in der die Mischung im Sonnenlicht steht, wird sie gefiltert. Die Tinktur kann mit Wasser eingenommen oder auch zur äußerlichen Anwendung genutzt werden.

Zur eigenen Herstellung eignen sich ebenfalls Kräuteröle und –salben. Während erstere aus einer Mischung aus gutem Öl und Kräutern bestehen, kann man für letztere entweder Butter, Schmalz, Wollwachs (Lanolin) oder eine Salbengrundlage aus der Apotheke verwenden. Die Kräuter werden im Verhältnis 1:3 mit den weiteren Bestandteilen vermischt. Öle eignen sich perfekt für Massagen, Salben zur Hautpflege und –heilung.

Zerkleinerte Heilkräuter können auch als Breiumschlag für Wunden oder ähnliche Verletzungen hinzugezogen werden. Um eine bessere Haftbarkeit zu erreichen, ist die Vermischung mit Quark, Kleie oder Weizenmehl empfehlenswert.

Kräuteressig und Kräutersirup kommen insbesondere beim Kochen oder als Getränk zum Einsatz. Gleiches gilt für Kräuterpulver, das man selbst leicht aus getrockneten Pflanzen im Mixer oder mit dem Mörser herstellen kann.

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Quellen:

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Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

– Liebstöckel | Heilpflanzenlexikon
– Schnittlauch: gesunde Halme und ein Genuss
– Hautpflegemittel einfach selbst gemacht
– Kräutersalz selbst gemacht | Rezept

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