Die fruchtbaren Tage der Frau

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Fruchtbarkeit

1960 betrug die durchschnittliche Kinderzahl je Frau 3,11 – im Jahr 1995 nur mehr 1,49 Kinder. Das bedeutet, dass sich die Geburten auf immer weniger Frauen aufteilen. Anders formuliert: etwa ein Drittel der Frauen bleibt kinderlos.

Viele Paare beschäftigt das Thema Familienplanung. Hatte man früher den Dingen ihren Lauf gelassen, sind heute, nicht zuletzt aufgrund der veränderten Berufs- bzw. Lebenssituation, die Ansprüche gestiegen. Das Durchschnittsalter der Erstgebärenden ist auf 29 Jahre gestiegen. Mit dem Alter sinkt jedoch die Fruchtbarkeit der Frauen. Es lässt sich ein Trend zur planbaren Familie erkennen, welcher auch in der Gesundheitsbranche Beachtung findet.

Dass es nach dem Entschluss zu einer Schwangerschaft nicht immer gleich klappt hat die unterschiedlichsten Ursachen. Generell wird allerdings seit Jahren eine drastische Abnahme der Fruchtbarkeit im Europäischen Raum beobachtet. Frühere Untersuchungen in Oberösterreich etwa haben gezeigt, dass es regionale Unterschiede im Fruchtbarkeitsverhalten gibt. Zunächst fällt der Unterschied zwischen Stadt und Land auf. Brachte 1985 eine Frau aus dem ländlichen Bereich durchschnittlich 2 Kinder auf die Welt, so entfielen auf eine Stadtbewohnerin nur 1,1 Kinder, also im Schnitt 1 Kind weniger. Bis 1991 änderten sich die Verhaltensweisen folgendermaßen: im ländlichen Bereich ist die Gesamtfruchtbarkeitsrate um 12,5 Prozent auf 1,75 gesunken, bei den Städterinnen um ein Drittel auf 1,47 gestiegen (bedingt durch die Zuwanderung aus dem Ausland). Eine weitere Angleichung der beiden Verhaltensweisen zeichnet sich ab. Weiters zeigt sich, dass die durchschnittliche Kinderzahl mit zunehmender Gemeindegröße abnimmt. (Datenquelle: Österreichisches Statistisches Zentralamt)

Es liegt nahe anzunehmen, dass die zunehmende Umweltbelastung und der Streß am Arbeitsplatz eine Abnahme der durchschnittlichen Fruchtbarkeit in der westlichen Welt verursacht. Tatsächlich gibt es einige Studien, die dies zu bestätigen scheinen. Besonders die Samenqualität des Mannes scheint sich zu verschlechtern.

Insgesamt dürften jedenfalls die allgemeinen Lebensgewohnheiten einen entscheidenden Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. Zahlreiche Studien, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Umweltfaktoren einerseits, individuellen Lebensgewohnheiten andererseits und deren Auswirkung auf die Fruchtbarkeit befaßt haben, kommen im wesentlichen zu folgenden Grundannahmen:

  • Rauchen vermindert die Fruchtbarkeit (betrifft Männer und Frauen)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum vermindert die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen. Gelegentlicher, mäßiger Alkoholkonsum scheint keinen Einfluß zu haben.
  • Stress vermindert die Fruchtbarkeit. Mehrere Studien beschreiben verminderte Fruchtbarkeit bei beruflichem Stress und bei Nachtarbeit.
  • Extremes Übergewicht aber auch extremes Untergewicht kann die Fruchtbarkeit vermindern.
  • Übermäßiger Genuß koffeinhaltiger Getränke (ab 3 Tassen Kaffee täglich) vermindert die Fruchtbarkeit ebenfalls, hingegen wirkt sich ausgewogene Ernährung mit frischen Nahrungsmitteln positiv auf die Fruchtbarkeit aus.

Neuer Selbsttest erleichtert Familienplanung

Durch die Beobachtung des Fruchtbarkeitszyklus (Zyklusmonitoring) läßt sich der Wunsch nach der „geplanten“ Familie leicht umsetzen. Waren Frauen früher im wesentlichen auf die Temperatur-Messung angewiesen, so hat die Industrie heute bereits einige „komfortablere“ und angeblich zuverlässigere Methoden entwickelt.

Die Firma Hartmann hat einen Selbsttest für zu Hause entwickelt, der Paaren bei der Familienplanung eine Hilfestellung bietet. Femoval© Fruchtbarkeit misst das so genannte hLH (Luteinisierungshormon), das vor dem Eisprung in erhöhter Konzentration von der Hypophyse ausgeschüttet wird, im Harn. Der Test basiert auf fünf Bestimmungen, pro Tag eine Bestimmung. Innerhalb dieser fünf Tage zeigt der Selbsttest die Spitze des hLH-Anstiegs an, der den Eisprung in 24 bis 36 Stunden vermuten lässt. Die hLH-Werte im Harn liegen vor der Menopause bei 3-15 IU/I. Kurz vor dem Eisprung steigt der Wert auf bis zu 200 IU/I an.

„Dieses Produkt wird sicher in Zukunft verstärkt von betroffenen Paaren auch ohne ärztliche Aufsicht zum Zyklusmonitoring eingesetzt werden“, meint Univ.-Prof. Dr. Engelbert Hanzal über die Rolle der Selbsttests in der Familienplanung. Jedoch empfiehlt Prof. Hanzal die ärztliche Aufsicht in Anspruch zu nehmen, da ungewollte Kinderlosigkeit einer professionellen Untersuchung bedarf.

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Linktipps

– www.kinderwunsch.de

– Schwangerschaft, Geburt und Baby