Gebärmutter-Entfernung durch neues Verfahren vermeidbar

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Gebärmutterentfernung

Rund ein Viertel aller in österreich durchgeführten Gebärmutterentfernungen könnte durch eine an der Universitätsklinik Innsbruck verwendete Methode vermieden werden. Besonders das neue „schonende Verfahren“ der „transarteriellen Embolisation“ habe sich in Innsbruck bewährt, erklärte der Leiter der Angiographie und Interventionellen Radiologie, Peter Waldenberger, bei einem Pressegespräch am Donnerstag.

Die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) zähle nach wie vor zu den häufigsten schweren Operationen in österreich, betonte Waldenberger. Durch die Entwicklung von alternativen Verfahren sei es in Innsbruck gelungen, Frauen mit Gebärmuttermyomen (gutartige Muskelgeschwülste) eine „zusätzliche, besonders effektive Therapie“ anzubieten. Dadurch habe man die Zahl der Hysterektomien an der Universitätsklinik Innsbruck von 360 im Jahr 1998 auf 280 im Jahr 1999 senken können. Verschiedene Methoden der organerhaltenden Behandlung von Gebärmuttermyomen sollen am Freitag im Rahmen eines Kongresses an der Universitätsklinik Innsbruck präsentiert werden.

Tumor-Aushungerung wenig bekannt

Ende 1999 wurde die „transarterielle Embolisation“ (Verschluss eines Gefäßbettes) zusätzlich zu herkömmlichen Behandlungsmethoden „erstmalig in österreich“ an der Innsbrucker Klinik durchgeführt. Seither wurden sieben Frauen „erfolgreich“ mit diesem Verfahren behandelt. Innsbruck besitze in diesem Bereich immer noch eine „Vorreiterrolle“, nur das Allgemeine Krankenhaus in Wien sei inzwischen „nachgezogen“, erklärte Univ. Prof. Anton Bergant, Stationsarzt an der Innsbrucker Frauen-Kopf-Klinik. Auf Grund der geringen Bekanntheit des Verfahrens würden immer noch sehr wenige Patientinnen auf diese Weise behandelt. Es handelt sich dabei um ein nicht chirurgisches Verfahren, das den Tumor von der Blut- und Sauerstoffversorgung abschneidet und ihn auf diese Weise „aushungert“.

Gutartige Geschwülste in der Muskelwand der Gebärmutter treten bei jeder dritten Frau ab 35 Jahren auf. Die häufigsten Symptome bei diesen Myomen sind Schmerzen in der Beckengegend und starke Blutungen. Als Alternative zur medikamentösen Behandlung stand bisher nur ein operativer Eingriff zur Verfügung. Dabei wird entweder nur das Myom (Myomektomie) oder die gesamte Gebärmutter (Hysterektomie) entfernt. Bei der neuen Methode handle es sich um einen minimalen Eingriff, es ist also nur ein kleiner Einstich in die Haut unter lokaler Betäubung der Patientin notwendig.

Hohe Erfolgsquote

Die allgemeine Erfolgsquote der „transarteriellen Embolisation“ liege bei rund 90 Prozent, erklärte Bergant. Bei den behandelten Frauen sei ein „signifikanter oder totaler Wegfall von Schmerzen und Symptomen“ erzielt worden. Bislang sei bei keiner der Patientinnen ein wiederholter Eingriff notwendig gewesen, grundsätzlich sei dies aber möglich. Die Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit würden sich derzeit noch nicht exakt beurteilen lassen. Einzelne Fälle nach Embolisationen seien dokumentiert, Langzeitergebnisse würden aber noch fehlen.

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