Umzug mit Kindern – Stress lindern, Neugier wecken

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Umzug mit Kindern - Stress lindern, Neugier wecken

Die Zeiten, wo die Menschen ihr fast ganzes Leben in dem Ort verbrachten, wo sie geboren wurden, gehören schon zur Geschichte. Die Österreicher ziehen durchschnittlich viermal im Leben. Zumindest heute sollte es kein großes Problem sein, eine Umzugsfirma Wien oder einen Transporter zu finden und ab in das neue Leben! Die Mobilität ist heutzutage kein großes Thema mehr, alles geht sehr schnell über die Bühne. Doch für Kinder ist der Umzug nicht immer einfach. Wir haben die besten Tipps für einen schonenden Umzug zusammengefasst.

Umzug mit Kindern – Artikelübersicht:

Bessere Arbeitsangebote, Partnerschaft, Abenteuer, Fernweh…Die Gründe für einen Umzug sind unterschiedlichst und zahlreich. Aber es gibt jedoch eine wichtige Gruppe der Bevölkerung, die gar nicht so gerne umzieht – die Kinder. Und das kann man auch gut nachvollziehen.

Der Verlust der vertrauten Umgebung kann die Welt der Kinder durcheinander bringen und den Kleinen zusetzen. Obwohl der Umzug unvermeidlich den Stress mit sich bringt, können sich die Kinder an die neue Umgebung gewöhnen und sehr schnell wohlfühlen – wenn Sie Unterstützung haben.

Jeder Umzug heißt Stress

Nicht nur für Erwachsene, sondern eben für Kinder kann der Umzug äußerst stressig sein. Es ist schon wissenschaftlich bewiesen, dass Umzüge psychisch sehr belastend sind und sogar zur psychischen Erkrankung bei Kindern führen können.

Eine Studie der Universität Manchester berichtet, mit jedem Umzug erhöhen sich die Chancen, dass Kind später im Erwachsenenalter psychisch krank, gewalttätig oder drogenabhängig sein wird. Diese Studie erfasste einen Datensatz von fast 1,5 Millionen Kindern! Vor allem häufige Umzüge reißen Kindern den Boden unter den Füßen weg. Und je öfter die Kinder das erleben, desto eher werden sie später psychisch instabil. Ihre tägliche Routine und die vertraute Welt geben den Kindern viel Sicherheit, besonders in der wackeligen Zeit der Pubertät.

In der Pubertät größeres Problem als in der Kindheit

Ein Umzug mit kleinen Kindern, also bis fünf Jahre, sollte zwar weniger mühsam verlaufen. Und einfach deswegen, weil die Kleinen in diesem Alter keinen festen Freundeskreis haben und meistens auf die Eltern und Bezugspersonen angewiesen sind. Anders ist es in der Pubertät, die ohnehin eine schwierige Lebensphase ist.

Laut der Studie sind die 12- bis 14- Jährige meistens von einem Umzug psychisch betroffen. Umso höher wäre dann das Risiko, dass sie später an psychischen Problemen, Drogensüchtigkeit oder Gewalttätigkeit leiden.

Die negativen Auswirkungen der öfteren Umzüge in der Kindheit sind laut Forschern ganz unabhängig davon, in welchen sozialen und finanziellen Verhältnissen das Kind lebt. Das Fazit ist anscheinend eindeutig: Die Kinder leiden umso mehr, je öfter sie schon umgezogen sind und je älter sie waren.

Erfolgreich Umziehen mit Kindern

Für jüngere Kinder ist es nicht so wichtig, wo sie wohnen, da sie immer noch sehr auf die Eltern fixiert sind. Die Schulkinder hingegen verlieren mit dem Umzug ihren Freundeskreis, die Kollegen von der Klasse und vom Verein, also das ganze soziale Umfeld.

Es gibt doch für jede “Zielgruppe” eine passende Strategie, die beim Umziehen helfen kann. Ausschlaggebend ist in jedem Fall die Unterstützung der Eltern.

Diese Unterstützung fällt oft weg, weil die Eltern mit sich selbst und der ganzen Organisation beschäftigt sind. Einerseits muss man einen Umzug von A bis B durchführen, ein Umzugsunternehmen, Möbelpacker oder den Transporteur bzw. Spediteur finden und beauftragen, was viel Zeit und Nerven kostet. Andererseits sind auch die Eltern mit ihrer eigenen Umgewöhnung beschäftigt. Wer aber eine durchdachte Vorgehensweise beherzigt, kann mühelos mit der Familie übersiedeln.

Umzug mit Kleinkindern

Wenn Sie Ihre Kinder gut auf die Übersiedlung vorbereiten, kann alles reibungslos gehen. Lassen Sie Ihre Kinder Vorfreude statt Abschiedsschmerz fühlen. Ein Besuch des neuen Wohnorts hilft dem Kind vor dem Umzug, sich an die neue Umgebung einzustellen. Oder sogar ein Urlaub im zukünftigen Wohnort kann alles zu einem Abenteuer machen. So freuen sich die Kleinen schon Monate im Voraus auf den Umzug.

Die Sache ist, dass Sie den Umzug so schmackhaft wie möglich erklären. Von Anfang an sollten Sie mit Ihren Kindern über den geplanten Umzug sprechen und ihnen erklären, dass es wichtig ist, dass die Familie weiterhin zusammenlebt.

Die Kinder im Vorschulalter finden leichter den Anschluss im neuen Umfeld. Sie finden sehr schnell neue Freunde im Kindergarten oder lernen schnell, wo der nächste Spielplatz ist. Sogar die Fahrt selbst können Sie zum Abenteuer machen, indem Sie nicht mit dem Möbelwagen in den neuen Standort fahren. Eine Fahrt mit dem Zug wäre für viele Kinder ein Erlebnis.

Umzug mit älteren Kindern

So einfach könnte es mit dem älteren Schulkind nicht gehen. Sie sind mehr bewusst und ihre größte Angst ist das Vertraute und die Freunde zu verlieren. Deswegen ist es wichtig, die Kinder so früh wie möglich einzubeziehen. Sobald ein Umzug fest steht, sollten die Eltern mit Kindern darüber sprechen und die Gründe für einen Umzug erklären.

Die Kinder können zwar “Nein” sagen, aber ein Vetorecht haben sie trotzdem nicht. Hören Sie dann immer wieder zu und geben Sie Ihnen zumindest das Gefühl, mitreden zu können. Finden Sie heraus, was ihnen Angst macht. Damit Ihr Plan richtig aufgeht, ziehen Sie auch Ihre Sprösslinge frühzeitig in die Planung und Gestaltung der neuen Wohnung ein. Ein Abschiedsfeier in der alten Klasse wäre auch empfehlenswert.

Die Schulkinder müssen besonders viele Herausforderungen gleichzeitig bewältigen: neue Örtlichkeiten, neue Schule, neue Mitschüler und Lehrer. Eltern und Schule sollten sich deshalb besonders um die Neulinge bemühen, weil die neue Mitschüler in der Regel auf die Zugezogenen nicht angewiesen sind. Und vor allem das Selbstwertgefühl ist in diesem Lebensabschnitt sehr wichtig, denn die Zeit der Pubertät ist ohnehin schwierig. Eine kleine Party für neue Mitschüler und Nachbarn ist in diesem Fall auch nicht zu unterschätzen.

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Quellen:

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Fotohinweis: Bild von Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay.com

Linktipps

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– Gesundes Wohnen (Teil 1): Wohlfühlen in den eigenen vier Wänden
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